Yoga-Blog im November

 

Yoga-Blog im November 2020

„Wenn ein Mensch Asana auf die richtige Art und Weise übt, so hat das zur Folge, dass er auch durch extreme Einflüsse nicht aus dem Gleichgewicht gebracht wird.“

(Patanjali, Yoga-Sutra)

Jetzt erleben wir wieder einen Lock-Down, diesmal „light“. Allen fällt es sicherlich schwer, damit umzugehen. Zumal der November bei uns in der Regel dunkel, nass und grau ist.

Wir werden Yoga zu Hause und online üben. Die Technik ist ein wunderbares Mittel, um in Kontakt zu bleiben. Aber die Teilnehmer*innen unmittelbar gegenüber sind mir lieber. Bei ihnen sehe und höre ich, ob meine Ansagen ankommen, ob der Unterricht sie anstrengt oder entspannt fließt. Ich sehe die individuellen Unterschiede im Üben. Ich kann auf Fragen eingehen. Die gute Atmosphäre in der Yoga-Gruppe trägt und motiviert alle.

Die Technik ist fehleranfällig.  Die Internet-Verbindung kann abbrechen, meine Ausstattung ist vielleicht nicht auf dem neuesten Stand. Ich will auch lernen, mit der Technik umzugehen, so dass eine online-Veranstaltung sinnvoll ist und bei den Teilnehmer*innen gut ankommt. Die online-Schulungen, damit ich Yoga mit digitalen Mitteln unterrichten kann, waren hilfreich. Aber alles ging sehr schnell und zum Teil nicht aus freiwilligem Interesse, sondern aus der Notwendigkeit heraus. Dennoch möchte ich Yoga weitergeben, denn es ist eine Hilfe, auch und gerade in Corona-Zeiten.

Die Übungen (Asanas genannt) sollen in der Ausführung „stabil und angenehm“ sein (Sthirasukha), sagt Patanjali. Wir sollen dafür eine passende, das heißt, eine uns und der Übung angemessene Anstrengung auf uns nehmen. Spannungen, die auftreten können, sollen wir minimieren. Wenn wir so üben, kann der Atem ruhig und tief fließen. Die Qualität des Übens zeigt sich in der Qualität des Atems. Es geht also beim Yoga um die innere Achtsamkeit. Wir dosieren unser Handeln, mit dem Atem als „Sensor“, ob die Anstrengung gut bemessen ist. So üben wir im Yoga ein, was im Alltag nützlich ist: gelassen zu sein und mit dem Atem verbunden. Daraus erwächst inneres Gleichgewicht, Harmonie und Gesundheit.

Yoga hilft uns, mit unserem inneren und wahren Selbst verbunden zu bleiben und äußeren Einflüssen wie Aktionismus, Stress, Druck und Sorgen, standzuhalten. Durch Yoga richten wir unsere Wirbelsäule immer wieder auf. Wir üben eine aufrechte, freie und entspannte Körperhaltung ein. Die Asana-Praxis bewirkt, dass wir uns psychisch und physisch stärken.

Viel stärker noch als die Bewegungsabläufe und Körperübungen des Yoga wirkt der ruhige, tiefe Atem auf unseren Geist ein: „Prana“, die Lebensenergie. Die Corona-Pandemie führt uns ebenfalls vor Augen, wie lebenswichtig der Atem ist. Die Yogapraxis wird uns helfen, uns gegen die Atemlosigkeit unserer Zeit wieder mit Prana zu verbinden.

 

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